Veranstaltungen im November 2016 :: Gedenken an die Opfer des National­sozialismus

Veranstaltungen im November 2017

Donnerstag, 9. November 2017, 18 Uhr
Platz der Synagoge, Göttingen

„Tosendes Schweigen“. Die Verfolgung Göttinger WissenschaftlerInnen im National­sozialismus
Gedenkstunde am Mahnmal auf dem Platz der Synagoge

Veranstaltet von der Gesellschaft für christliche-jüdische Zusammen­arbeit e.V. und der Stadt Göttingen

Die Gedenkstunde am 9. November 2017 zur Verfolgung von Göttinger Wissen­schaftlerInnen im National­sozialismus gestaltet eine Gruppe Geschichts­studierender um Prof. Dirk Schumann. Sie haben dazu auch eine Gedenktafel vorbereitet, deren Enthüllung durch die Georg-August-Universität am 18. November an der Alten Aula statt­finden wird. Die Gedenkstunde wird musikalisch begleitet durch die VokalArt-Chöre unter der Leitung von Michael Krause.

Donnerstag, 9. November 2017, ca. 19.30 Uhr (nach der Veranstaltung am Mahnmal der ehemaligen Synagoge)
Begegnungs­stätte Löwenstein, Rote Straße 28, Göttingen

„Der Kibbuz auf dem Streicherhof. Vorübergehende Heimat im Land der Täter“

Vortrag und Film von und mit Jim Tobias, Nünberg.

Veranstaltet von Jüdisches Lehrhaus Göttingen e.V.

Nach der Befreiung aus den KZs waren die Über­lebenden sogenannte Displaced Persons. Ausgerechnet auf dem ehemaligen Anwesen des Nürnberger Gauleiters Julius Streicher fanden einige von ihnen eine vorüber­gehende Bleibe.

Freitag, 10. November 2017 (Beginn des 1. Seminar­wochenendes)
Göttinger Zeitzeugenprojekt, Am Goldgraben 14, Göttingen

„Was bleibt ist die Erinnerung“. Kritische Erinnerungs­arbeit der Enkel*- und Urenkel*innen-Generation

Eine Seminarreihe unter der Leitung von Daniel K. Manwire und Rainer Piatkowski.

Wochenendseminar über drei Termine:
10.11. - 12.11.2017  (1.  Seminarwochenende)
 9.12. - 10.12.2017 (2. Seminarwochenende)
 3.2. -   4.2.2018 (3. Seminarwochenende)
Göttinger Zeitzeugenprojekt, Am Goldgraben 14, Göttingen

Teilnahmegebühr: 150 € (Ermäßigung auf Anfrage)

Anmeldung bis 27.10.2017 unter info@f-a-g.de oder Tel. 0551/4 36 06 (mögliche Änderungen vorbehalten)

Veranstaltet von der Freien Altenarbeit e.V. in Kooperation mit der KZ-Gedenk­stätte Moringen und NS-Familien-Geschichte e.V.

Im Seminar werden gemeinsam Erzählungen über den National­sozialismus in der eigenen Familie untersucht und auf Wider­sprüche abgeklopft. Persönliche Interessen werden sichtbar und ein kritisches Verhältnis zur Familien­erzählung wird entwickelt. Im zweiten Teil werden mit Hilfe einer angeleiteten Archivr­echerche Daten und Fakten über die eigenen Großeltern ermittelt und mögliche Lücken in den Erzählungen heraus­gearbeitet. Der dritte Seminar­termin dient der Auswertung (ein detaillierter Seminar­plan ist auf Wunsch erhältlich).

Freitag, 10. November 2017, 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr)
Ehemalige Kommandantur, Lange Str. 32, Moringen

„Die Zweite Generation meldet sich zu Wort!“

Ein Gespräch mit Dr. Dietmar Sedlaczek (KZ-Gedenkstätte Moringen) und Jeanine Bochat (Lager­gemeinschaft Ravens­brück)

Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen

An diesem Wochen­ende trifft sich das Netzwerk der Lager­gemeinschaften in der KZ-Gedenkstätte Moringen. Als Angehörige von ehemaligen KZ-Häftlingen haben die Vertreter*innen der Lager­gemeinschaften eine eigene Perspektive auf Gedenk­stätten und Erinnerungs­kultur. Viele von ihnen sind selbst Opfer, weil sie die Verfolgung der Eltern miterleben mussten oder sogar im KZ geboren wurden. Wie sehen sie die Zukunft der Erinnerung? Jeanine Bochat spricht über ihre eigenen Erfahrungen und stellt das von der Lager­gemeinschaft Ravens­brück heraus­gegebene Buch „Kinder von KZ-Häftlingen – eine vergessene Generation“ vor.

Donnerstag, 16. November 2017, 18 Uhr
Programmkino Lumière, Geismar­landstr. 19, Göttingen

„Der Kuaför aus der Keupstraße“

Eine Filmvorführung

Veranstaltet von femko in Kooperation mit der f.antifa Göttingen

Zu einem aktiven Gedenken gehört die Auseinander­setzung mit aktuellen rassistischen und faschistischen Verbrechen. Der Film thematisiert die Folgen des Nagel­bomben­anschlags durch den sogenannten „National­sozialistischen Unter­grund“ (NSU) in der Kölner Keupstraße am 9. Juni 2004. Er rekonstruiert die Ermitt­lungen der Polizei anhand der Verhör­protokolle und eröffnet die Diskussion über struktu­rellen Rassismus in Deutschland auf eine neue Art – nämlich aus der Sicht der Betroffenen.

Samstag, 18. November 2017, 18 Uhr
Alte Aula am Wilhelmsplatz, Göttingen

„Tosendes Schweigen“. Die Verfolgung Göttinger Wissen­schaftlerInnen im National­sozialismus

Enthüllung der Gedenktafel

Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. und der Stadt Göttingen

An diesem Tag soll die Enthüllung der Gedenk­tafel mit den Namen aller Wissen­schaftlerInnen stattfinden, die während der national­sozialistischen Herrschaft aus rassistischen oder politischen Gründen verfolgt und entlassen wurden. Das Universitäts-Projekt wurde, wie die Gedenk­stunde, begleitet von unserem Mitglied Prof. Dr. Dirk Schumann und einem Team von Geschichts­studierenden.

Dienstag, 21. November 2017, 19.30 Uhr
Pfarrsaal St. Michael, Eingang Kurze Straße 13, Göttingen

„Von Angesicht zu Angesicht — Begegnungsarbeit mit Juden und Arabern bei Givat Haviva in Israel“

Ein Vortrag und Diskussion mit Torsten Reibold, Givat Haviva, Representative Europe

Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. in Kooperation mit der Ökumenischen Friedensdekade

Die Bildungs­einrichtung Givat Haviva erwuchs aus den Idealen der Kibbbutz­bewegung und den Gründungs­idealen Israels. Allen Mit­gliedern der Gesellschaft sollten Teil­habe und Zugangs­möglich­keiten erschlossen werden. In einem Ler­nprozess gelangte Givat Aviva von Sprachkursen für Arabisch zu Kennenlern­seminaren und schließlich zu einem jüdisch-arabischen Zentrum für den Frieden. In innovativer Pädagogik wurde u. a. das Programm „Von Angesicht zu Angesicht“ für Schüler entwickelt, das Programm „Kinder lehren Kinder“ (aus­gezeichnet mit dem UNESCO- Friedens­preis) und schließlich das Projekt „Shared Communities“, das jüdisch-arabische Gemeinde­partner­schaften begleitet.

Samstag, 25. November 2017, 15 Uhr
KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Straße 58, Moringen

Führung zum Männer-KZ Moringen

Mit Hans Helms

Informationen und Anmeldung: Tel. 05554/25 20, info@gedenkstaette-moringen.de

Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen

Im April 1933 wurde in den Räumen des Landes­werk­hauses in Moringen eines der ersten Konzentrations­lager des NS-Staates eingerichtet. Die Moringer Zeitung sah darin „einen auße­rordentlichen wirtschaft­lichen Gewinn“ sollten doch „alle notwendig werdenden umfangreichen Aufträge der hiesigen Geschäfts­welt zukommen“. Am 11. April 1933 traf die erste größere Gruppe von Häftlingen ein. Zu den Häftlingen des Männer-KZ zählten oppositionell und anti­faschistisch ein­gestellte Männer und einige Frauen, über­wiegend Kommunist*innen, später auch Gewerk­schafter*innen und Sozial­demokrat*innen. Die konkrete Haft­dauer konnte nur wenige Tage, aber auch mehrere Wochen betragen, in einigen Fällen sogar sechs und sieben Monate. Insgesamt waren in Moringen zwischen April und November 1933 ca. 1.000 Personen inhaftiert, darunter viele aus dem süd­lichen Nieder­sachsen. Ab Oktober 1933 wurde damit begonnen, die Häftlinge in andere Konzentrations­lager zu verlegen, ein Teil wurde in „Polizei­aufsicht“ entlassen. Mit dem Männer-KZ begann in Moringen eine insgesamt zehnjährige Geschichte national­sozialistischer Konzentrations­lager.