Einleitung :: Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Gedenken an die Opfer des National­sozialismus

Eine Veranstaltungs­reihe in Göttingen vom 5. November 2015 bis 30. Januar 2016

Aus aktuellem Anlass:

Pressemitteilung des Bündnisses zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, 18.8.2016

Das Göttinger „Bündnis zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ ruft zu entschiedenem Protest und Widerstand gegen NPD und rechtsextremen Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen (FKTN) auf.

Seit Wochen machen der rechtsextreme Freundeskreis und nun im Kommunalwahlkampf auch die weitgehend in Personalunion agierende NPD den Versuch durch ständige Kundgebungen, den öffentlichen Raum in Göttingen und Umgebung mit ihren menschenverachtenden Positionen zu besetzen. Mit der Wahl ihrer Kundgebungsorte, etwa des Albaniplatzes als Ort der nationalsozialistischen Bücherverbrennung, vor allem aber mit der jüngsten Ankündigung des FKTN, eine Kundegebung am Platz der in der Pogromnacht am 09.11.1938 niedergebrannten Synagoge abzuhalten, stellt sich der sog. Freundeskreis bewusst und völlig unzweideutig selbst in die Nähe der nationalsozialistischen Terrorherrschaft.

Wir rufen dazu auf, gegen diese Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus und die anhaltende Bedrohung der Menschen, die nicht in das Weltbild der alten und neuen Nazis passen, entschiedenen und anhaltenden Widerspruch und Widerstand zu leisten.


Diese Veranstaltungsreihe ist dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gewidmet. Sie dürfen nicht vergessen werden.

In den Konzentrationslagern bündelte sich die nationalsozialistische Politik der Verfolgung, Entrechtung, Entwürdigung und systematischen Ermordung von Millionen Menschen. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Dieser Tag wurde zum Symbol für eine wachsame Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen. Seit dem Jahr 1996 ist der 27. Januar in Deutschland offizieller „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“.

Gedenken braucht mehr als einen isolierten, staatlichen Gedenktag. Darum betten wir mit unserer Veranstaltungsreihe den Tag der Befreiung von Auschwitz in seinen historisch-politischen Zusammenhang ein. Die Eckdaten 9. November (Pogromnacht 1938) und 30. Januar (Ernennung Hitlers zum Kanzler 1933) sollen an Schuld und Verantwortung der Deutschen erinnern.

Gedenken braucht einen Standpunkt. Wir müssen feststellen, dass bei der Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus heute vor allem wieder die deutschen Opfer etwa von Bombenkrieg oder Vertreibungen in den Vordergrund gerückt werden. Wir, die VeranstalterInnen dieser Reihe, treten solcher und anderer Relativierung entgegen. Wir möchten Zeichen setzen: Gegen Gleichgültigkeit und Vergessen. Gegen die Verharmlosung deutscher Schuld und Verantwortung. Gegen das Fortbestehen rechter Ideologie und rechtsextremer Aktivitäten in Alltag und Gesellschaft.

Erinnerung braucht Wissen. In dieser Reihe wird in öffentlichen Veranstaltungen der Opfer gedacht und durch Vorträge, Lesungen, Begegnungen mit ZeitzeugInnen, Diskussionsrunden, Theater- und Filmvorführungen, Konzerte, historische Stadtrundgänge und Führungen in KZ-Gedenkstätten eine kritische Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus geführt.

Schwerpunktthema 2015/16

Der Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltungsreihe ist das Thema Widerstand. Oft beschränkt sich die erinnerungspolitische Debatte dazu auf die Namen Scholl oder Stauffenberg. Ihre Bekanntheit führt allerdings dazu, dass viele andere Widerstandsformen vergessen oder ignoriert werden. Mit der geschichtspolitischen Erinnerungsarbeit wollen wir auf diese vielfältigen und vergessenen Formen des aktiven Widerstands aufmerksam machen. Dazu gehören nicht zuletzt der antifaschistische und jüdische Widerstand, von Gruppen und Einzelnen. Das Gedenken an diesen Widerstand wollen wir in diesem Jahr in den Fokus unserer Bündnisarbeit rücken.

Wir wollen zudem deutlich machen, was nicht vergessen werden darf: gegen den Nationalsozialismus gab es innerhalb der deutschen Bevölkerung kaum Widerstand. Die Prominenz und Bekanntheit der Geschwister Scholl oder Claus Schenk Graf von Stauffenbergs ist vielmehr ein Hinweis auf die Abwesenheit einer breiten und konsequenten Ablehnung des Nationalsozialismus in der deutschen Bevölkerung. Über Widerstand zu reden, heißt von deutscher Täterschaft nicht zu schweigen.

Die Reihe wird organisiert von einem Bündnis, zu dem sich verschiedenste gesellschaftliche Initiativen und Einrichtungen zusammengeschlossen haben.

Nähere Informationen erhalten Sie beim DGB Südniedersachsen/Harz unter der Nummer 0551/44097 oder im Internet unter www.gedenken-an-die-opfer-des-nationalsozialismus.de.


Flyer Gedenken an die Opfer des National­sozialismusDer Flyer der Veranstaltungsreihe kann hier heruntergeladen werden.